Aus alt mach neu...

Als ich gestern noch einen kleinen Feiertagseinkauf erledigte, grinsten mich beim Bäcker ein paar phantastische Granatsplitter an.  Da ich diese Dinger abgöttisch liebe, mussten natürlich zwei an der Zahl mit nach Hause. Ich mochte diese süßen Teilchen schon, als ich noch im Vogtland gelebt habe und dabei bestehen diese ja meistens nur aus Resten...

Viele raten ja vom Kauf von Granatsplittern oder Rumbomben bei Bäckern ab, da teilweise uralte Kuchen und Tortenkrümel verarbeitet werden, also wer SIE mag lieber nicht weiter recherchieren!! Ich habs getan und war schon ein bisschen geschockt! :(

Naja...was also tun? Ich habe ja seit 2 Tagen noch meine verunglückten Geburtstagsgugel hier herumliegen und irgendwie müssen die ja auch noch weg. Also hab ich mir mal schnell in den Kopf gesetzt, dass ich Granatsplitter selbermache!


Bei der Suche nach einem passenden Rezept fand ich viele verschiedene Mischungen, aber keine überzeugte mich so richtig. Oft wird noch extra Butter und Buttercreme mit eingearbeitet, aber das wollte ich nicht. Also bat ich mal wieder meine Fangemeinde auf Facebook um Hilfe. Und dort löste ich eine regelrechte Welle aus :-) Ich wusste gar nicht, dass es soviele verschiedene Bezeichnungen für dieses Restgebäck gibt!

Es kamen jede Menge Tipps und Ideen zusammen. Bei Irene vom Widmatt Blog gibt es aus Kuchenresten öfters mal Studentenschnitten und Sylvia von rock the kitchen verarbeitet verunglückte Muffins zu phantastischen Cake Pops.

Cake Pops sind in den USA ja schon seit langem der absolute Hype und haben dort sozusagen die Cupcakes schon vom Süßigkeitenthron gestossen. Diese Welle schwabbte dieses Jahr erst nach Deutschland und so nach und nach werden die kleinen Kuchenbällchen auch hier populär.

Aber nun zurück zu meinen Granatballs, wie ich sie mittlerweile getauft habe, denn die Cake Pops von Sylvia haben mich schon ziemlich beeindruckt - so was will ich auch!!

Ein wirkliches foodblogwürdiges Rezept gibt es auch nicht wirklich, hab das alles pi mal Daumen zusammengerührt :-)

Zuerst habe ich die Kuchenreste mit den Händen zu kleinen Krümeln verarbeitet. Anschließend ca. 4 EL Rum dazu und alles bisschen durchziehen lassen.

Jetzt wollte ich eigentlich Vanillepudding dazugeben - naja war keiner mehr da *grml* aber beim Wühlen in meinen Küchenschränken fiel mir dann noch eine Tüte Paradiescreme (verzeiht mir!) in die Hände - ok das geht auch!! Die Creme schnell mit Milch angerührt und unter die Krümel gemischt. Hier sollte man aufpassen, dass die Masse nicht zu weich wird! Jetzt kleine Kugeln daraus formen und in den Kühlschrank geben.

In der Zwischenzeit dunkle Kuvertüre schmelzen (die war auch noch von Weihnachten übrig...) und die Kuchenbällchen anschließend damit überziehen.

Nach Belieben können die Bällchen jetzt noch mit Deko verziert werden. Bei mir waren es gehackte Pistazien und Kokosflocken!


Was soll ich sagen? Ich bin quietschvergnügt und total happy über diese süßen Granatballs und schön anzuschauen sind sie auch noch! :-) Achso - und schmecken tun sie auch fast wie die Granatsplitter von früher - die Form ist doch egal!! :-)

Kommentare:

  1. Huhu Alice,
    süüüß sehen Deine Pops aus ;o)), habe sie schon länger im Visier, na, mal sahen...
    L G
    Irène

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  2. Oh, sehen die toll aus! Bei mir ist Kuchen immer viel zu schnell vergefuttert, und ich hab es noch nie geschafft, extra welchen für Cake Pops zu backen. Dabei find ich die ja immer sooo hübsch!

    Und zu deinen Granatsplittern: Was waren das denn für Horrorgeschichten?
    Dass die aus trockenen und teils älteren Resten hergestellt werden find ich eigentlich gar nicht schlimm! Mach ich bei allem mit Semmelbröseln oder einem Kuchenmichel oder so ja auch... ;)
    Solange da nichts schimmlig ist oder so find ich das weniger schlimm, wie wenn sowas weggeschmissen wird!

    Also genieß sie ruhig weiter!

    Liebe Grüße,
    Ina

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  3. Danke Euch :-)

    Normal bleiben bei mir auch keine Kuchenreste über, aber wenn mal einer missglückt dann schon ;-)

    Habe nur gelesen, dass die Granatsplitter vom Bäcker von innen heraus ziemlich schnell schimmel und man das ja nicht wirklich mitbekommt.. und ich möchte nicht wirklich in so ein Teil reinbeissen... urgs....

    Ich glaube extra Teig backen um die Pops herzustellen, das wäre mir zu aufwändig.. :(

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  4. Ich geb's zu, ich habe vor ca. einer Woche auch mal einen Granatsplitter gekauft - seit Jahren der erste. Ich finde die immer etwas pervers (wie Leberwurst, die hat ja auch den Ruf, aus Resten zu bestehen), aber lecker. :-))

    Interessantes Experiment! An die Cakepops/-balls habe ich mich auch noch nicht rangewagt.

    P.S.: In Plauen heißen die übrigens Plauener Spitzen.

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  5. Alice, deine Cake Pops sehen zum Verlieben aus. Total süss. Ich nehme Philadelphia um die Kuchenkrümmel zusammenzukleben. Klappt ganz gut. Falls du noch Inspiration brauchst, auf www.bakerella.com findest du unglaubliche Ideen für Cake Pops.

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  6. @Barbara: Ich komm da auch nie dran vorbei wenn ich einen sehe, aber jetzt wo ich weiß, dass das ja eigentlich ganz einfach ist, mach ich das selbst :) stimmt Leberwurst is auch so ein mysteriöses Produkt - brauch das ned täglich, aber ab und zu muss es einfach sein! :-)

    Plauener Spitze - ist ja irgendwie naheliegend - find ich gut und wusste ich bis jetzt noch gar nicht.

    @Paule: Danke Dir :) Bei Bakerella hab ich gestern schon mal kurz gestöbert, als Petra die Seite bei FB gepostet hat. Da sind wirklich tolle Sachen dabei, aber das ist für mich zu hoch *lach* :) da fehlt mir glaub ich die Geduld und das nötige Feingefühl um so kleine Kunstwerke zu basteln :-)

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  7. Ich kenne diese Form von Kuchen zwar nicht, aber wenn es so ähnlich schmeckt wie Studentenschnitten, dann bin ich pro...:-)

    Liebste Grüsse,

    Vanessa

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  8. Die Cake-Pops sind Dir wirklich sehr gut gelungen und das Foto ist grandios!

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