Vogtländische Schwarzbeersupp - (Heidelbeersuppe)

Bevor ich mit meinem heutigen Beitrag beginne, möchte ich Euch darauf hinweisen, dass Ihr heute vielleicht nicht alles verstehen werdet *g*

Da mich diese Suppe ziemlich an meine Kindheit im Vogtland erinnert, kann ich die Erinnerungen irgendwie gar nicht komplett in hochdeutsche Form fassen ;-) aber falls Ihr etwas wissen wollt, fragt mich einfach ;-)

Sollten auf diesen Beitrag hin, viele verwirrte Kommentare folgen, dann werde ich mir überlegen, ob ich das Ganze noch ins Hochdeutsche übersetze *lach*

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Iech denk gern an mei Kindheit im Voochtland zerick. Alles war su unbeschwert und irgendwie gabs ah nie Probleme (echal wos for welche). Es gab kaa Gewalt unner de Leit, es gab kaane Drogen und es gab ah kaan Supermarkt und mir warn trotzdem arch glicklich ond zefrieden.

Ahmoll in de Woch bi iech mit meiner Mutter nieber ze de Lisbeth gange (die hot nämlich en klaan Konsum ghabt) und mir ham dort immer eikaaft. Do gabs nuch die Milich in dr Glosflasch und iech ho miech immer scho auf die Scheib Leberkäs gfraat wie a Kenich ;-) Meistens sei mor dort hi gloffn und manchmol musst ah dor Handwogn mit, wemmer moll bissel mehr gebraucht ham.

Obst und Gmies gabs be uns im damalichen Osten ah ned su vill, aber vermisst hammers ah ned, weil mir kannten des neimodische Zeich ja ned. Banane oder Apfelsine gabs ner ahmoll im Ghar und annere exotische Zutaten gabs ned, außer mo is nein Intershop gfahrn, aber do detzu hottmer Westgeld gebraucht.

Des meiste zeich hottmer selber deham im Garten ahgebaut, wie zim Beispiel Gurken, Tomaten und su wadder. Und wenn de Zeit reif war fier Schwamme und Schwarzbeer gings nein Wald.

Und fier uns Kinner war des natürlich herrlich, mir ham uns de alten Trainingshusen nagwürcht und dann gings mitm Blechtop, oder manchmal ah gleich mitm Aamer ab neine Gstrüpp.

Die meisten Schwarzbeer sei natürlich gleich nei de Gusch gwandert :) und su sahmer dann ah aus, vo Kopp bis Fuss warmer blau und die Mutter hot sich gfraat als mer hamkomme sei.

Meistens hammer die Schwarzbeer dann innren Teller zerdrickt, Zucker naufgetah und dann Milich driebergschitt und alles gut verriehrt. Iech ka Eich sogn des war e Gedicht! Wemmer vill Schwarzbeer gezuppt hatten, is e Taal devo fiers Kugnbacken draufgange. Mit richtig vill Streisel drauf wunderbar! Und dann gabs ah manchmol e Schwarzbeersupp und die ho iech heit emol noochgmacht. :-) Iech ho zwar kaane echten Schwarzbeern ausm Wald ghabt, aber gschmeckt hots mer trotzdem!


Und su werds gmacht:

Zutaten:

250g Schwarzbeeren (Blau-, oder auch Heidelbeeren genannt)
1 Apfel
1 Päckchen Vanillepudding
500ml Milch
2 EL Zucker
Zitronensaft

Zubereitung:

Die gewaschenen Schwarzbeeren zusammen mit dem geschälten und kleingeschnittenen Apfel in einen großen Topf geben und 500ml Wasser dazugeben. 2 EL Zucker einrühren und das Ganze zum Kochen bringen und anschließend ca. 8 Minuten kochen lassen. Die Früchtchen werden dann mit dem Pürierstab zermixt.

Inzwischen das Puddingpulver in die Milch rühren und zur Fruchtsuppe geben. Alles nochmal aufkochen lassen und mit Zitronensaft abschmecken.

Diese Suppe kann entweder lauwarm oder kalt gegessen werden. Ich persönlich mag sie kalt ja am liebsten :-) Wer will kann dazu eine frische Buttersemmel essen, oder irgendein süßes Hefeteilchen.

Und weil die Schwarzbeern im Voochtland so beliebt sind, haben sie sogar ein eigenes Lied, welches von unserem Zwotaer Mundartdichter Max Schmerler verfasst wurde. :-) nachfolgend ein kleiner Auschnitt davon:

"Mr müssen gschwind laafen, do nüber zim Fleck,
sonst komme de annern ond fressen alles weg.
Des kennt dennen su passen! Su groß ond su schie,
sei de Beern fei dort driem, ond net aane mehr grie!"


Kommentare:

  1. Ach herrlich, jetzt musste ich echt grinsen über deinen Text! Also ich hab alles verstanden - komme zwar nicht aus dem Vogtland, bin aber auch nicht so wahnsinnig weit weg davon aufgewachsen :-) Heidelbeersuppe kannte ich bisher noch nicht, bei uns hat es in meiner Kindheit häufig Holundersuppe gegeben, das war auch toll!

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  2. Juhuuu mein erster Kommentar :) dachte schon s kommt gar keiner, weils keiner lesen kann *lach* Danke Kirsten! :-)

    Holundersuppe kenn ich auch, hab ich aber noch nie gegessen ;-)

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  3. Hab' auch alles verstanden. Ist meiner Muttersprache ähnlicher als das Hochdeutsche. Schöne Farbe hat die Suppe ;-)

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  4. Danke Paule :-) das mit der Sprachähnlichkeit find ich jetzt cool ;-)

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  5. Ja, das ist leicht zu verstehen, für alles was irgendwie halbwegs süddeutsch ist, denke ich. :-)

    Schwarzbeeren heißen die Beerchen in Nordbayern auch, aber als Suppe habe ich sie noch nie gegessen. Klingt aber gut. Im Wald sind fast keine mehr, ich geh' aber nachher nochmal suchen.

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  6. Ich kann das Wunderland von Blaubeeren geschätzt verstehen, ich liebe die Suppe ist sehr originell, ich versuchte es zum ersten Mal in einer Stadt im Süden Chiles und der Koch war Deutscher, ich gratuliere Ihnen, estroy stolz auf dieses reiche und einzigartige Suppe, wie ich Ihre Rezepte, Umarmungen.

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