Auftakt ins neue Jahr - Welcome to Hungary!

Ich weiß... der Januar ist schon wieder fast rum... aber irgendwie habe ich es im neuen Jahr noch nicht auf die Reihe gekriegt einen Beitrag zu verbloggen. Bevor ich jetzt mit neuem Elan starte, möchte ich Euch allen noch ein gesundes neues Jahr 2012 wünschen und ich hoffe das wir auch in diesem Jahr wieder viele kulinarische Highlights erleben werden.


Wie Ihr ja bereits wisst, habe ich den Jahreswechsel und noch ein paar Tage mehr, dieses Jahr in Budapest verbracht. Und es waren wieder unvergessliche Tage gewesen! Dieses Mal haben wir gar nicht soviel unternommen, aber da ich mich mittlerweile schon nicht mehr als typische Budapest-Touristin bezeichne, sind mir die typischen Sehenswürdigkeiten mittlerweile schon bekannt. Also wurde viel gegessen, gekocht und relaxt. Trotz alledem durfte natürlich ein Abstecher in mein geliebtes Burgviertel nicht fehlen. Man hat von dort oben einfach den schönsten Blick auf Budapest und dieses Erlebnis muss ich mir immer wieder geben! :-)


Um den Jahreswechsel herum war das Viertel auch nicht von Touristen überlaufen und man konnte die Aussicht ungestört geniessen. Und mit einem frisch gebackenem, heißen Kürtöskalacs in der Hand war dann alles perfekt! Diese süße ungarische Spezialität wird fälschlicherweise immer wieder mit dem hierzulande bekannten Baumkuchen verwechselt, dabei hat das eine überhaupt nix mit dem anderen zu tun!


Dieses Gebäck, welches auch Baumstriezel genannt wird, stammt ursprünglich aus Siebenbürgen. Bei der Zubereitung wird der süße Hefeteig um eine hölzerne Walze gewickelt, welche dann drehend über glühender Holzkohle gebacken wird. Vor dem Verzehr wird die warme Teigrolle dann in Zucker, Kakao, Walnüssen usw. gewälzt. Total lecker! Auch wenn man zuhause keine Baumstriezelmaschine hat, kann man die Striezel daheim selbst basteln. Bei Miris Kitchen könnt Ihr Euch anschauen wie es gemacht wird. :-)

Und dann war es soweit, ich wollte zum ersten mal so richtig ungarisch kochen! Nachdem ich eine halbe Ewigkeit in meinen ungarischen Kochbüchern gestöbert habe, entschied ich mich für ein klassisches Rinderpörkölt, welches dem deutschen Gulasch ziemlich nahe kommt. Die genauen Unterschiede zwischen Pörkölt und dem ungarischen Gulasch folgen am Ende dieses Beitrages.

Nachdem ich mir meinen Einkaufzettel geschrieben habe (auf deutsch und ungarisch) ging es ab in die Markthalle, um die entsprechenden Zutaten zu erwerben. Ich hatte ja schon ein bisschen Bammel *grins* aber es hat alles ganz gut geklappt und und ich habe auch alles bekommen was ich wollte. Ganz wichtig war natürlich auch die Besorgung von Schweineschmalz, denn dadurch kommt erst das richtige Aroma zustande, wie Károly Gundel in seinem kleinen ungarischen Kochbuch erklärt.


Was braucht man sonst noch:

1kg Rindfleisch (Schulter oder Brust)
120g Schweineschmalz
250g Zwiebeln
20g ungarisches Paprikapulver
200g Paprikaschoten (hab ich durch extra Tomaten ersetzt, da ich ja keinen frischen Paprika esse - hat aber gar nix gemacht *g*
100g frische Tomaten
Salz und gemahlenen Kümmel

Zubereitung:

Zuerst wird das Fleisch in 2-3 cm große Würfel geschnitten. Zwiebeln in Halbringe schneiden, Tomaten bzw. Paprikaschoten würfeln.

Jetzt den Schweineschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin glasig andünsten. Die Hitze herunterdrehen und das Paprikapulver schnell einrühren. Hier sollte man darauf achten, dass der Schweineschmalz nicht zu heiss ist, da das Paprikapulver sonst zu bitter schmeckt. Nun das Fleisch dazugeben, salzen, kümmeln und kurz weiterdünsten. Etwas Wasser dazugeben und zugedeckt bei mäßiger Hitze schmoren lassen - ab und zu umrühren und bei Bedarf Wasser dazugiessen damit das Fleisch nicht kocht, sondern in wenig Saft (sozusagen im eigenen Fett) schmort. Sobald das Fleisch weich wird, Tomaten und Paprika dazugeben und fertig garen lassen.

In Ungarn reicht man als Beilage normalerweise Tarhonya (Nockerln, Eiergraupen) oder Kartoffeln. Bei uns gab es Reis und ein leckeres Möhren-Kohlrabigemüse.


Uns hat es beiden phantastisch geschmeckt und wir mussten uns zügeln, dass wir die Teller nicht abgeleckt haben *grins*

Dazu gabs einen ungarischen Merlot, der auch klasse war. Kein teurer Wein, sondern aus dem riesigen Weinsortiment vom tesco. 


Jetzt möchte ich Euch noch einige ungarische Kochbücher vorstellen, die meiner Meinung nach die besten sind, wenn man ungarische Rezepte zuhause authentisch nachkochen möchte.




Dieses Buch ist mein persönlicher Favorit! Wer die Culinaria-Reihe kennt kann  mich sicher verstehen. Man erfährt eigentlich alles über die Geschichte der ungarischen Küche und den Hintergrund zu den Rezepten. Meines Wissens kann man das Buch in Deutschland leider nicht mehr kaufen, was ich sehr schade finde. Bei Ebay und Co muss man dafür mittlerweile einen hohen Preis zahlen :-(

2. Kleines ungarisches Kochbuch

Hierbei handelt es sich um das meistverkaufteste Kochbuch der ungarischen Küche von Károly Gundel, welches mittlerweile in der 31. Auflage erschienen ist. In Deutschland leider auch nicht offiziell erhältlich :( Am besten ist, man lässt es sich aus Ungarn mitbringen. Alternativ kann man es HIER bestellen, wobei es hier viel mehr kostet. Alternativ kann man es vielleicht auch direkt über den Verlag beziehen, müsste man mal ausprobieren.

3. Budapest - Traditionelle Gerichte und gastronomische Kultur
in der gastfreundlichen Hauptstadt

Ebenfalls ein kleines, bezauberndes Büchlein aus dem auch das o.g. Rezept stammt. Das Büchlein entweder direkt vor Ort kaufen, kann aber auch direkt beim Verlag bestellt werden.

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Und zum Schluss möchte ich Euch noch die kleinen Unterschiede von Gulasch, Pörkölt und Co aufschreiben, da es hier doch ab und zu zu kleinen Diskussionen kommt *grins*


Ist in Ungarn ein Suppengericht mit viel Brühe, Zwiebeln, Paprika, Kartoffeln und gezupften Nockerln


Wird ebenfalls mit Paprika zubereitet, hier spielen jedoch die klein geschnittenen Zwiebeln die größte Rolle. Dieses Gericht kommt dem deutschen Gulasch am nächsten. 


Unterscheidet sich vom Pörkölt im Wesentlichen darin, dass nur weisses Fleisch und saure Sahne hinzugegeben werden. Außerdem werden nicht soviele Tomaten und Paprika verwendet.


Größter Unterschied zu Paprikasch und Pörkölt ist eigentlich nur der, dass das Fleisch hier nicht in Würfel, sondern in Streifen geschnitten wird. Beim Tokány wird auch nur sehr wenig, oder gar kein Paprikapulver verwendet. Hier greift man eher auf Pfeffer, Majoran zurück und verfeinert dann das Fleisch noch mit Räucherspeck, Wurst, Pilzen und grünen Erbsen.

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Soooo! Geschafft :-) Ich hoffe ich konnte Euch einen neuen kleinen Einblick in die ungarische Küche geben und so langsam könnt ich jetzt auch mal wieder was kochen, denn seit dem ich wieder in Deutschland bin, gabs noch ned wirklich was! 



Kommentare:

  1. Hallo Alice,
    die Unterschiede zwischen den Gerichten, die Du aufgeführt hast, finde ich sehr interessant.

    Kennst Du eigentlich die Reihe Kulinarische Streifzüge aus dem Sigloch Verlag? Da gibt es auch ein Ungarn-Buch. Das findest Du sicher noch antiquarisch und die Bände sind alle gut gemacht und beschreiben hauptsächlich traditionelle Rezepte.

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  2. Hallo Dorothée, ja die Sigloch-Edition kenne ich auch :-) hab davon aber leider erst 2-3 Bücher. Die find ich auch klasse und sobald ich irgendwo wieder ein günstiges Exemplar sichte, wird zugeschlagen :)

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  3. sieht sehr ansprechend aus! kann die sigloch Bücher auch nur empfehlen... meine Favoriten: Elsass und das backbuch... zwar ein wenig oldschool, aber zolle Rezepte!

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  4. Hallo Alice,
    eine wirklich gute Beschreibung, kann ich dir als eine Ungarin sagen! ;-)
    meiner Meinung nach is kürtőskalács mit Zimt am besten. :-)

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  5. Hallo Zsuzsa, vielen Dank :-) ich freue mich sehr, dass meine Beschreibung dann wohl ziemlich richtig ist, wenn Du mir das bestätigst :-)

    Liebe Grüße Alice

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  6. wirklich toll beschrieben. die buchempfehlungen kann ich auch wirklich nur bestätigen und selber weiterempfehlen. in beiden sien wirklich unverfälschte originalrezepte zu finden. liebe grüße, éva (ungarin)

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