Zeit für Biowein - Erlesene Tröpfchen vom Weingut Hirschhof

Heute wage ich mich einmal auf neues Terrain, es geht um Wein - genauer gesagt um Biowein. Ich muss aber dazu sagen, dass ich mich nicht als Weinkennerin bezeichnen würde, klar trinke ich gerne mal einen guten Wein (bevorzugt Rotwein) aber über das ganze Drumherum habe ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht.

Aber wie kommt es jetzt zu diesem Beitrag?

Vor ein paar Tagen startete Dirk Würtz einen Aufruf auf seiner Facebook Seite. Er suchte Genussblogger für eine Bloggeraktion der etwas anderen Art. Für die ProWein Messe, die vom 04. bis 06.03.2012 in Düsseldorf stattfindet, sollen spezielle Weine von Weingütern des Ecovin Bundesverbandes verkostet und vorgestellt werden. 


Ich zögerte etwas, aber nachdem ich unter dem Ankündigungsbeitrag dezent gefragt hatte, ob auch "Weindeppen" teilnehmen dürfen, bekam ich von Dirk umgehend eine Zusage :-) - meiner Meinung nach ist diese Entscheidung gar nicht mal so schlecht, so fließen auch einige Beiträge von Leuten ein, die sich mit Wein eher nicht so gut auskennen und dieser Bericht erreicht dann sozusagen auch eine andere Zielgruppe, als die der  Hardcore-Weinblogger.

Und es dauerte auch nicht lange und der Postbote überbrachte mir das Überraschungsweinpaket und ich war gespannt, welches Weingut ich erwischt hatte, denn jeder Teilnehmer dieser Aktion bekam ein Testpaket von einem anderen Winzer.

Mein Testpaket stammt vom Weingut Hirschhof, welches im idyllischen Örtchen Westhofen in Rheinhessen zu finden ist.


Das Weingut von Walter & Tobias Zimmer wird auf ca. 30 ha nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet. Das heißt, das hier die Weine im Einklang mit der Natur unter natürlicher Begrünung und Düngung heranreifen. Der Rebsortenspiegel des Weingutes besteht aktuell aus 30% Riesling, 25% Burgundersorten, 30% Rotweinsorten sowie 15% Sonstige, wie z.B. Gewürztraminer, Sauvignon blanc und Muskateller.

Die Weine hab ich übrigens mit einem netten Kollegen verkostet, alleine hätte ich das wohl an einem Tag nicht geschafft *grins*

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Nun möchte ich Euch die Weine im Detail vorstellen.

2011er Silvaner QbA trocken


Herkunft:

Der Silvaner ist eine altbekannte Rebsorte und wird häufig in Rheinhessen und Franken angepflanzt wird. Er hat eine lange Reifephase und benötiggt dadurch mittlere bis gute Weinbergslagen. Meist wird er zu kräftigen, dezent duftenden Schoppenweinen ausgebaut.

Der Wein:

Dieser Silvaner ist ein qualitativ sehr hochwertiger Wein mit einem frischen, fruchtigen Geschmack. Dieser leichte Qualitätswein wurde temperaturkontrolliert vergoren und schonend ausgebaut. Ein Wein der Sommerlaune verbreitet! Der Wein passt hervorragend zu Spargel, buntem Gemüse oder zu einem frischen knackigen Salat. Die geeignete Trinktemperatur liegt bei 8-10°C

Alkoholgehalt: 12,5%
Säure: 5,2 g/l
Restsüße: 2,8 g/l

Preis pro Flasche: EUR 4,70


Mein Fazit:

Der Silvaner landete bei uns mit großem Abstand auf dem 3. Platz, da waren wir uns auch beide einig. Mein Kollege meinte das er diesen Wein wohl zum Kochen verwenden würde, aber zum Trinken würde er ihn nicht bevorzugen. Auch ich war nicht so begeistert von dem Wein, kein außergewöhnlicher Geschmack und der Wein erinnerte mich wieder daran, dass ich keinen Weißwein mag. (Eigentlich! *g* denn bei Weißwein Nr. 2 schaut das ganz anders aus!)

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2011er  Sauvignon Blanc QbA trocken
Westhofener Steingrube


Herkunft:

Der Sauvignon Blanc ist eine alte und weltweit stark verbreitete Weißweinrebe. Die genaue Herkunft ist bis zum heutigen Tage jedoch unbekannt. Er eignet sich zur Herstellung fruchtig-frischer Sommerweine mit den sortentypischen Aromen von Stachelbeere und Cassis. Weiterhin werden daraus auch häufig hochwertige Dessertweine hergestellt.

Lage:

Die Westhofener Steingrube erhielt ihre Bezeichnung von einem ehemaligen Steinbruch, der bereits 1295 als "dicto stheingrube" erwähnt wurde. Typisch für diese Lage ist der Löß-Lehm-Boden mit hohem Kalkstein-Anteil.

Der Wein:

Dieser Sauvignon Blanc ist ein sehr körperreicher Weißwein mit intensiven Fruchtnoten. Er hat einen markanten Duft von schwarzen Johannisbeeren, Hollunder und Stachelbeeren. Die geeignete Trinktemperatur liegt bei ca. 10°C

Alkoholgehalt: 12,5%
Säure: 7,0 g/l
Restsüße: 4,0 g/l

Preis pro Flasche: EUR 6,90


Mein Fazit:

Dieser Sauvignon Blanc hat mich total überrascht und auch wenn es ein Weißwein ist, landet dieser Wein eindeutig auf Platz 1! Der Wein hat so ein fruchtiges Aroma, dass es einem fast die Sinne raubt! Sehr süffig und erfrischend - Einfach phantastisch! Diesen Wein kann ich persönlich nur empfehlen und würde ihn auch selbst kaufen!  Ein klasse Weißwein! Ich denke wenn der Sommer endlich da ist, gibt es ein Wiedersehen ;-) - Mein Kollege fand ihn ebenfalls sehr lecker, bei ihm landete der Wein knapp an 2. Stelle.

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Spätburgunder QbA trocken
Westhofener Morstein


Herkunft:

Der Spätburgunder gehört zur Familie der Burgunderreben. Die Burgunderreben sehen während des Wachstums merkwürdigerweise alle gleich aus - sie unterscheiden sich erst im Herbst an der Beerenfarbe. Der Blaue Spätburgunder wurde bereits 884 von Karl dem Dicken erwähnt und ist somit die älteste und edelste deutsche Rote Rebsorte. Im internationalen Sprachgebrauch wird der Spätburgunder auch Pinot Noir genannt.

Lage:

Die Lage im Westhofener Morstein wurde bereits 1282 in "loco marstein" festgehalten. Der Name kann als "Markstein", also Grenz- oder Gemarkungsstein gegenüber der angrenzenden Weinbaugemeinde Gundersheim gewertet werden. Die Lage ist leicht hängig mit südlicher Ausrichtung und besitzt somit ein sehr gutes Kleinklima. Der kalkhaltige, steinige Mergelboden bringt feingliedrige Weine hervor.

Der Wein:

Dieser trockene Spätburgunder ist ein kräftiger und nachhaltiger Qualitätswein, welcher nach den Richtlinien der "Rheinhessen Selection" geerntet wurde. Für den Wein werden nur besonders hochgradige Trauben aus alten Spätburgunder-Weinbergen ausgewählt. Nach einer mehrtägigen Maischegärung, bei der die Farbe, sowie reife Tanninen gewonnen werden, reift der Rotwein für 10 Monate in neuen Barrique-Holzfässern. Durch diese Reifung entwickelt sich ein typisches Vanille-Röst-Aroma. Der Wein passt besonders gut zu herzhaften Käsesorten, eignet sich aber auch hervorragend zu deftigen Wildgerichten.

Alkoholgehalt: 13,0%
Säure: 4,7 g/l
Restsüße: 2,2 g/l

Preis pro Flasche: EUR 12,50


Mein Fazit:

Der Spätburgunder aus der Rheinhessen Selection ist ebenfalls ein sehr sehr gutes Tröpfchen und landete nur knapp auf Platz 2. Ein kräftiger Rotwein, der aber nicht zu schwer ist. Kaufen würde ich diesen Wein aber eher nicht, da er für meine Verhältnisse schon etwas teuer ist. Aber als Geschenk  für liebe Menschen kann ich mir so ein Fläschchen durchaus vorstellen. Dieser Wein war der Favorit von meinem Mittester.

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Wie Ihr jetzt ja bereits wisst, bin ich keine wirkliche Weinkennerin, die mit Fachausdrücken um sich wirft, die normale Leute eh nicht verstehen ;-) aber ich denke, dass ich diese Aufgabe trotzdem ganz gut gemeistert habe und letztendlich gehts ja eh darum - schmeckt's oder schmeckt's nicht? Jedenfalls war ich sehr überrascht, dass sich ein Weißwein als Favorit herauskristallisiert hat - tja so kann's gehn! :-)
Und ich weiß jetzt auch, dass wirklich gute Weine, die direkt vom Winzer stammen nicht unbedingt teuer sein müssen, wie man bei dem Sauvignon Blanc sieht. Denn wenn ich Wein kaufe, dann kostet der im Supermarkt auch so um die 6 €. In Zukunft wäre es also für mich durchaus denkbar ab und zu mal einen Winzerwein zu probieren :-)

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Ein herzliches Dankeschön an Dirk Würz und an das Weingut Hirschhof für diese tolle Aktion! Ich habe durch diese Aktion einiges über deutschen Wein / Biowein gelernt, was ich bis jetzt noch nicht wusste, also hat sich die Teilnahme für mich auf alle Fälle gelohnt!

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Ihr seid nun neugierig geworden was meine Bloggerkollegen so kosten durften? Dann schaut doch mal bei ihnen vorbei:

Liste wird noch ergänzt!

Kommentare:

  1. Schöner Artikel, sind das ab Hof Preise?

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  2. Vielen Dank, bei en Preisen hanelt es sich um Hofpreise. Alle Weine können aber nach Absprache mit dem Weingut gegen geringe Frachtkosten auch verschickt werden. Ich hoffe das diese Info ausreicht, wenn nicht einfahc nochmal fragen :)

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  3. Nicht lachen, aber das Weingut kenne ich sogar und habe da schon einige Weine probiert. Die waren meist nicht so sehr auf meiner Linie, da ich gerne betont trocken trinke. So deckt sich auch Deine Beschreibung zum SB, der eigentlich zu meinen Lieblingsweinen gehört :-)

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  4. Hätte bei mir ähnlich ausgesehen. Wir sind absolute Sauvignon Blanc Junkies. Und Rheinhessen rockt natürlich! Dir würden auch die Weine ausm Rheingau schmecken. Da bin ich sicher. Am besten kommste einfach mal bei uns vorbei :)

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  5. Keine Sorge Dorothée ich lache nicht :) ich bin ja schon froh das Ihr mich nicht auslacht, weil ich so wenig Ahnung von Wein habe :D - ich wurde ja auch schon daraufhingewiesen das man das Wort -erlesene Tröpfchen- in Weinkreisen nicht verwenden darf :D

    Ich sag Bescheid wenn ich mal in der Nähe bin Julia :D dann machen wir mal ne Wein-Session oder so :o)

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