Fränkische Spezialitäten vom Brotboten

Einige von Euch warten schon auf diesen Bericht, in dem sich alles um den Brotboten aus Bamberg dreht. In den letzten Tagen hatte ich Euch bereits auf meiner Facebook Seite davon berichtet und es entwickelte sich eine kleine Diskussion, denn auf den ersten Blick schüttelt man erst mal mit dem Kopf wenn man sich die Preise so betrachtet.... 

Aber ich fang mal von vorne an. Was ist denn der Brotbote?

Es handelt sich hierbei um einen Onlineversand der etwas anderen Art. Die angebotenen Brote werden nach traditionellen Rezepten fränkischer Bäcker gebacken. Doch das passiert nicht nicht in großen Fabrikhallen, sondern jeden Dienstag stehen die Bäcker um Mitternacht auf, um den Holzbackofen anzuheizen. Dort werden dann die Brote, die bis Sonntag im Onlineshop bestellt wurden gebacken. Nachdem die Brote ausgekühlt sind und einen Teil ihrer Feuchtigkeit abgegeben haben, werden sie liebevoll in eigens angefertigte Kartons verpackt und gehen dann sofort auf die Reise.

Im Normalfall sind dann die Brote am nächsten Tag beim Empfänger und können verzehrt werden.  Da es sich um langsam gebackene Natursauerteigbrote mit einem hohen Roggenanteil handelt, sind die Brote bei richtiger Aufbewahrung bis zu 14 Tage haltbar.

Wenn man sich die angebotenen Brotspezialitäten im Onlineshop so anschaut, wundert man sich zuerst, warum es fast nur große Brote gibt? Das hat den Grund, dass große Brote länger im Ofen bleiben und somit mehr Zeit haben ihre Aromen zu entfalten. Was mir beim ersten Besuch noch aufgefallen ist sind die hohen Preise. Doch wenn man das Ganze dann herunterrechnet, schaut es schon nimmer so schlimm aus. Ein 3kg Brot kostet beim Brotboten ca. EUR 12,80 - also sind das für 1kg ca. EUR 4,27 und wenn man bedenkt, dass hier nur Biozutaten und auch zum Teil auch Demeter Mehl verwendet wird ist das meiner Meinung nach in Ordnung. Bei einem guten Bäcker legt man ja heutzutage auch einiges hin, um ein gutes Brot zu bekommen. Der Brotbote ist übrigens auch Mitglied bei Slowfood Deutschland.

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Da ich mit einem Monsterbrot von 3 oder 4 Kilo total überfordert wäre, entschied ich mich für ein kleines Walnussbrot names Franz-Ludwig zum Preis von EUR 7,60

Als das Brot bei mir ankam, duftete es wahnsinnig gut und die Optik kann sich meiner Meinung nach auch sehen lassen. Oder?


Folgende Zutaten sind in diesem Brot enthalten:

Roggenmehl (60%), Weizenmehl (40%), Salz (nicht jodiert), Natursauerteig und ca. 100g Walnüsse aus Franken


Angeschnitten sieht das Brot dann so aus:


Und da es bei frischem Brot ned wirklich viel dazu braucht, gab es bei mir zum Abendessen nur Butter und Schinken dazu:


Geschmacklich finde ich das Walnussbrot schon lecker. Es ist mild und nussig. Aber wenn ich ehrlich bin konnte ich beim Geschmack nicht wirklich einen großen Unterschied zu dem Walnussbrot feststellen das ich sonst immer kaufe. Ich kaufe mein frisches Brot übrigens immer bei der Familienbäckerei Kistenpfennig in Unterschleißheim, oder ab und zu backe ich es auch selbst - auch wenn ich hier noch ein bisschen üben muss. :-)

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Doch es gibt nicht nur Brot beim Brotboten, in Zukunft kann man dort auch weitere fränkische Spezialitäten finden - z.B. die berühmten Bamberger Hörnla. Hierbei handelt es sich um eine alte Kartoffelsorte aus Franken, die mittlerweile sehr viele Fans hat, denn die kleinen Knollen haben einen besonders feinen , nussigen Geschmack. Bei uns bekommt man diese Kartoffeln leider nur selten und wenn muss man auch schon etwas tiefer in die Tasche greifen, aber lecker sind sie allemal! (siehe HIER)

Meistens werden die Bamberger Hörnla zu Kartoffelsalat verarbeitet, oder man schwenkt sie etwas in Butter, oder zaubert leckere Bratkartoffeln daraus. Für Kartoffelpüree, Stampf, Suppen und Co finde ich sie persönlich schon fast zu schade.


Deshalb entschied ich mich dann auch für die Zubereitung eines fränkischen Kartoffelsalates und dazu gabs dann ganz klassisch Nürnberger Bratwürschtle. :-) Lecker war's!


Zutaten:

Bamberger Hörnla
Zwiebeln
Fleischbrühe
ein paar Gewürzgurken oder etwas Essig
etwas Sonnenblumenöl
Pfeffer, Salz
Schnittlauch und Petersilie

Zubereitung:

Die Kartoffeln bissfest garen und anschließend schälen. Die Zwiebeln in kleine Würfelchen schneiden und in eine Schüssel geben. Gewürzgurke kleinschneiden und dazu geben. Die Bamberger Hörnla in Scheiben schneiden und auf die Zwiebeln geben. Fleischbrühe mit etwas Öl vermischen´und über die Kartoffeln gießen. Alles vorsichtig vermengen, frische Kräuter dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und ziehen lassen. Wenn möglich noch lauwarm servieren, der Salat schmeckt aber auch kalt wunderbar!


Weitere fränkische Rezepte findet Ihr übrigens auf der Seite der Genussregion Oberfranken. Danke Ann von Dillspitzen für diesen Tipp! :-)

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Fazit:

Das Brot war wirklich lecker, aber da ich jetzt nicht wirklich keinen Unterschied zu meinem Hausbäcker feststellen konnte, werde ich es wohl weiterhin hier vor Ort kaufen. Wer aber großen Wert auf ein gutes Brot aus regionalen Biozutaten legt, der sollte sich auf der Homepage einmal umschauen. Zu den Bamberger Hörnla muss ich ned viel sagen, die sind einfach lecker und einfach etwas ganz Besonderes! Und der Salat war dementsprechend auch vorzüglich! :-)

Kommentare:

  1. Da hast du Recht, über die Brote und Semmeln vom Kistenpfenning geht nichts, höchstens noch etwas Selbstgebackenes. Ich finde, er ist der beste Bäcker in ganz München. Das Sauerteigbrot bringe ich regelmäßig auch der unterfränkischen Verwandschaft mit, da es geschmacklich so überzeugt.
    Liebe Grüße
    Susanne

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  2. Das Brot von Kistenpfennig schmeckt mir auch sehr gut, leider mußten einige Laden bei Lidl schließen, so wie bei uns in Garching b. München. Unterschleißheim ist ja gleich nebenan.

    Ich komme auch aus dem Osten und bin jetzt schon über 10 Jahre hier in Bayern.

    LG

    Claudia

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