Köstlichkeiten von der Küste

Wie Ihr ja bereits wisst, waren wir letzte Woche an der Küste und dort wurden wir als eigentliche Fischverächter vor einige Herausforderungen gestellt....

Das ging schon los, als wir am ersten Tag in Emden am Hafen waren und plötzlich vor einer Fischbude standen, an der ca. 50 Leute Schlange standen.


Ich sag ja immer: "Wenn da keiner stehen würde, isses ned gut..." - und nachdem wir uns die unzähligen Fischspezialitäten auf dem Aushang näher angeschaut hatten, entschieden wir uns für ein Matjes-Brötchen. Ich war schon ganz erstaunt, als wir bei der Bestellung gefragt wurden, ob wir eine weiche, oder eine knusprige Semmel dazu wollten...? Wir nahmen dann die weiche Variante, um uns die Krümelei zu ersparen.

Meine 1. Matjes-Semmel!
Geschmacklich war der Matjes ziemlich lecker, nur hat mir irgendwie eine Gewürzgurke gefehlt, aber zur Not geht's auch mal ohne. Jedenfalls war das nicht die letzte Fischsemmel in dieser Woche gewesen *lach* - ich denke in den 7 Tagen habe ich soviel Fisch gegessen wie im ganzen letzten Jahr ;-)

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Aber es kommt noch schlimmer! 

Sicherlich habt Ihr schon mal was von Labskaus gehört, oder? Als André's Tante uns eines Abends fragte, ob wir das gerne mal essen würden, bekam ich es schon ein bisschen mit der Angst zu tun! Ich kenne dieses Gericht nur aus dem Fernsehen, oder von Bildern, und das hat mich bis jetzt immer abgeschreckt. Fisch, Rote Beete usw. all die Sachen die ich ja eigentlich nicht mag! *urgs*

Labskaus kann man auf unterschiedliche Weise zubereiten und jeder der es mag, entwickelt mit der Zeit seine eigene Variante. Klassischerweise werden ja wirklich alle Zutaten kleingemanscht - auch der Fisch! *nochmalurgs*, aber es geht auch anders! Auch die Rote Beete wird normalerweise zu Brei verarbeitet, aber da ich die wirklich nicht mag, hat André's Tante hier nur den Saft verwendet und die beiden haben die großen Stücke dann dazu gegessen.

Dazu gab es noch einen Rollmops :)

Für die Neugierigen unter Euch habe ich natürlich auch ein passendes Rezept dazu, welches als Labskaus für Eilige betitelt wird. Das Rezept stammt aus dem wunderschönen Kochbuch Küche des Nordens im Wandel der Jahreszeiten: Altbewährtes und Neubegehrtes, welches ich mir zusammen mit dem 2. Band Ostfriesische Küche im Wandel der Jahreszeiten: Altbewährtes und Neubegehrtes als Souvenir mitgebracht habe.


Die Bücher gefallen mir richtig gut, denn sie enthalten nur regionale Köstlichkeiten aus Ostfriesland und dem Norden Deutschlands. Hab ich schon erwähnt, dass ich nen Kochbuchknall habe? *hust*

Aber nun zum Rezept:
Labskaus für Eilige

Zutaten:

2 Zwiebeln
900g Kartoffeln (mehlig)
400g Corned Beef
1 EL Butterschmalz
300ml Gemüsebrühe
1 Lorbeerblatt
1 TL Zucker
Pfeffer, evtl. Salz

Zubereitung:

Zuerst werden die Zwiebeln in kleine Würfel geschnitten. Die Kartoffeln werden geschält und anschließend in dünne Scheiben geschnitten. Das Corned Beef grob würfeln.

Jetzt das Butterschmalz in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln und das Fleisch darin anbraten. Nun kommen die Kartoffeln, die Gemüsebrühe und die Gewürze dazu und alles soll bei mittlerer Hitze ca. 25 Minuten vor sich hin köcheln. (Wer will kann hier auch noch etwas Rote Beete Saft dazugeben, das gibt dann eine schöne rote Farbe)

Wenn die Kartoffeln weich sind, wird jetzt alles mit einem Breistampfer zu einer groben Masse zerstampft. Sollte die Masse zu fest sein, kann noch etwas Brühe dazu gegeben werden.

Als Beilage wird zu Labskaus klassischerweise folgendes serviert:

  • pro Person 1 Spiegelei
  • 1-2 Heringsfilets oder Rollmöpse
  • eingelegte Rote Beete
  • Gewürzgurken
Fazit: So schlimm war es gar nicht und nur der Kartoffel-Fleischstampf mit Rote Beete Saft schmeckt auch ganz lecker! Ich hab noch nen halben Rollmops, Gewürzgurken und ein Spiegelei dazu gegessen und bei André gab es noch die Rote Beete dazu. Ihm hat es total gut geschmeckt und er meinte, dass ich das ja auch mal machen könnte. Naja ich weiß nicht... ;-)


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Als wir dann wieder zuhause waren und ich meine o.g. Kochbücher mal etwas genauer durchgeblättert hatte, blieb ich dann bei einem lecker klingenden Matjestopf hängen. Schon wieder Fisch! :-)

Außerdem mussten die restlichen Kartoffeln verarbeitet werden, da wir ja ab Anfang dieser Woche die Dukan Diät gestartet haben und da is dann nix mit Beilagen & Co. - also kam mir dieses Rezept wie gerufen und bei der Hitze war es auch optimal, denn heiße Gerichte brauche ich da nicht.


Ostfriesischer Matjestopf

Zutaten:

12 Matjesfilets
2 Zwiebeln
1 Apfel
2 Gewürzgurken
200ml süße Sahne
200g saure Sahne
2 TL Senf
1 TL Zucker
2 EL gehackter Dill
Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Wenn Ihr den Matjestopf als Abendessen zubereiten wollt, solltet Ihr bereits früh damit anfangen, da der Topf einige Stunden durchziehen muss!

Zuerst geht es mal wieder ans Schnippeln! Zwiebeln würfeln, den Apfel schälen und klein schneiden, die Gürkchen klein hacken und die Matjesfilets in mundgerechte Stücke schneiden.

Alles in eine Schüssel geben und vermengen. Nun die Sahne (süß & sauer)  und die restlichen Zutaten und Gewürze dazugeben, alles verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Im Kühlschrank ca. 5 Stunden durchziehen lassen. (Im Kochbuch steht sogar, dass man den Topf 24 Stunden ziehen lassen soll!)

Als Beilage gab es bei uns Pellkartoffeln.

Fazit: Ein wunderbares Essen für heiße Tage. Uns hat es beiden vorzüglich geschmeckt! Wir fanden dass es sogar besser schmeckt als normaler Einmarinierter Hering :-)

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Und jetzt ist erstmal Schluss mit der herkömmlichen Schlemmerei, denn der Speck muss weg und hier wird es in den nächsten Wochen ein paar dukanische Rezepte für Euch geben, die auch teilweise seeeehr lecker sind! Versprochen! :-)



Kommentare:

  1. Danke für das Rezept Alice.
    Ich liebe Matjes in Sahnesoße mit warmen Kartoffeln*sabber* da könnte ich mich reinlegen und drin wälzen. Leider muss ich das immer alleine essen =(

    Liebe Grüße,
    Maria

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  2. Der Emder Matjes hat mich auch gekriegt. Ich muss ihn immer mit in die Heimat bringen, weil alle den so moegen.

    Ich hoffe ihr hattet schoene Tage hier bei uns oben. ;))

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  3. Als Fischkopp muss ich da aber doch Einspruch erheben: Der Fisch wird NIEMALS mit durchgewolft, zerdrückt oder was auch immer, sondern IMMER separat gereicht.
    Vor zweihundert Jahren mag es an Bord üblich und vor allem notwendig gewesen sein, alles zu einem Pamps zusammenzumischen, die Zeiten liegen ja aber glücklicherweise schon lange hinter uns, wir haben Kühlschränke und frischen Fisch, der nicht versteckt werden muss.

    Besonders lecker wird Labskaus übrigens, wenn man einen Schuss Gurkenwasser und etwas Senf zufügt.

    Ach so, und Matjes-Semmeln gibt's hier nicht, das sind Brötchen ;-)

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  4. @Maria: Da kann man ja auch recht gut ne Einzelportion zubereiten und die anderen müssen sich dann halt selber was bastel *g* - wer nicht will der hat schon! :D

    @Julia: Es war wirklich toll im Norden! Und die Luft hat mir auch gut getan und ein Teil meiner Erkältung ist auch weg, aber hier unten hat mich dann der Schnupfen wieder erwischt. Also müssen wir wohl doch nochmal hochkommen :)

    @Steph: Moin :) Ich als Landei hab doch keene Ahnung! Aber das mit dem "Allesreinmanschen" hat uns André's Tante so erklärt, aber so würde ich das wohl auch nicht essen bzw. mögen... *grusel*

    Semmeln, Brötchen, Schrippen, Weckle is doch eh alles das Gleiche :D

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