Kochbuchrezension: Einfach. Gut. Bachmeier

Ich mag die bayerische Küche ja total gerne und jeder der jetzt sofort an deftige Schweinshaxen, Leberkäs und Wurschtsalat denkt, der liegt zwar richtig, aber die bayerische Küche hat sich mittlerweile auch weiterentwickelt und es gibt auch zahlreiche fleischlose Rezepte und Klassiker, die aufgeppet wurden. Hans Jörg Bachmeier, der in seinem Restaurant in München schmackhafte Gerichte aus regionalen Produkten zaubert, hat sich in seinem Kochbuch den guten und einfachen Rezepten gewidmet, die von wirklich jedem umsetzbar sind. Man braucht dazu keine ausgefallenen Zutaten und man muss auch kein Meisterkoch sein. Entstanden ist daraus ein tolles Kochbuch - ohne großen ChiChi!


168 Seiten
ISBN: 978 3 89883 361 5
EUR 19,95

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Und dank meiner persönlichen Kochbuch-Queen Bushcooks Kitchen, enthält dieses Buch sogar eine persönliche Widmung, über die ich mich wahnsinnig gefreut habe. Danke!


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1. Vorspeisen & Salate

Das Kochbuch ist wie meistens nach den eigentlichen Gängen aufgebaut und startet somit mit dem Magentratzerl (bayerisch für Magenöffner, Vorspeise) 

Bachmeier achtet bei der Vorspeise darauf, dass nicht alle Geschmacksnerven sofort erschlagen werden und serviert kleine guade Köstlichkeiten wie z.B.

  • Fenchelsalat mit Orangen und Garnelen
  • Marinierte Bachforelle mit geeister Gurken-Dill-Vinaigrette
  • Linsensalat mit geräucherter Gänsebrust
  • u.v.m.

Jakobsmuscheln mit Couscous und Teriyaki Sauce


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2. Suppen & Eintöpfe

In diesem Kapitel wird deutlich, dass Bachmeier sehr heimatverbunden ist. Inspirieren lässt er sich häufig von den traditionellen Rezepten seiner Oma, die er gekonnt etwas verändert und daraus ein zeitgemäßes leckeres Gericht kreiiert. Die Blaukrautsuppe, die er uns hier zeigt, war ursprünglich eine Sauerkrautsuppe, die in neuem Gewand wiedergeboren wurde.

  • Sauerkrautsuppe
  • Erbsensuppe mit Speck
  • Bärlauch-Kartoffel-Suppe
  • Bayerische Kesselsuppe
  • u.v.m.

Blaukrautsuppe mit geräuchertem Forellenfilet

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3. Gemüse, Nudeln & Co.

Aufgrund der regionalen Vielfalt an Gemüsesorten, Salaten und Kräutern lässt sich Bachmeier immer wieder neu inspirieren und Dank seinen Lieferanten und Bauern, die sich alle in der Nähe befinden, kommt hier so schnell keine Langeweile auf. Besonders gerne erzählt er von seinem "Schwammerlmann", der inzwischen ein sehr guter Freund geworden ist.

  • Scheiterhaufen mit Graukas
  • Rahmpfifferlinge mit Semmelknödeln
  • Rahmspinat mit pochiertem Ei und Bratkartoffeln
  • Blutwursttascherl auf Grammelkraut
  • u.v.m.

Leberwurst-Apfel-Strudel mit Apfelkren

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4. Fisch & Meeresfrüchte

Ich persönlich mag ja Meeresfrüchte überhaupt nicht und Fisch nur ganz selten....  Bachmeier hingegen schwört auf Fisch, denn diese Produkte faszinieren ihn heute noch total, denn kaum ein Produkt ist so vielseitig in der Zubereitung.

  • Doradenfilet mit Bohnen und Chorizo
  • Kabeljau in Senfsauce mit Mangold
  • Wolfsbarschfilet auf Selleriepüree mit Pfifferlingen
  • Lachsmedaillon mit Lardo, Linsen und Cornichons
  • u.v.m.

Graupenrisotto mit Forelle und Paprika-Zucchini-Vinaigrette

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5. Geflügel

Dieses Kapitel widmet Bachmeier quasi einem seiner ehemaligen Lehrmeistern. Der Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann prägte ihn mit seiner unerschöpflichen Kreativität und seiner Persönlichkeit.


WITZIGMANN


Und das wichtigste: Er lehrte ihm den Respekt vor den Produkten! Durch ihn fand Bachmeier seinen eigenen Stil und gab jedem Gericht eine eigene Handschrift. Chapeau!

  • Coq au vin nach Eckart Witzigmann
  • Hühnerfrikassee mit grünem Spargel und Erbsen
  • Gebratene Wachtel mit Apfel-Curry-Vinaigrette
  • Gebratene Entenbrust mit Blaubeersauce und Rosenkohl
  • u.v.m.

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6. Fleisch & Wild

Im vorletzten Kapitel widmet sich Bachmeier dem Fleisch, dem Produkt dass die Bayern so lieben. Auch hier setzt er auf die Klassiker, die er trotz kleinen Veränderungen nicht verfälscht. Denn wer möchte schon nen Schweinsbraten auf Salat haben, der in einer Sauce geschwenkt wurde *zwinker*

  • Kalbsrahmgulasch
  • Krautwickerl
  • Helles Ossubucco mit Kapern und Crostini
  • Schweinekotelett "Jäger Art" mit Röstkartoffeln
  • u.v.m.

Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat

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7. Desserts

Das Kochbuch endet mit einem Abschnitt über die süßen Seiten des Lebens. Viele Nachspeisen kommen erst nach stundenlanger Vorbereitung auf den Tisch, aber auch hier setzt Bachmeier auf die Einfachheit und serviert süße Köstlichkeiten bei denen man wahrlich schwach wird.

  • Kürbis-Krokant-Parfait mit Kürbis-Orangen-Chutney
  • Topfensoufflé
  • Dampfnudeln mit Vanillesauce
  • Kaiserschmarren mit Zwetschgenröster
  • u.v.m.

Schokoladenmousse mit Orangensauce

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Und schon sind wir bei dem Rezept angelangt, welches ich mir für dieses Rezension herausgesucht habe. Gar nicht typisch bayerisch und ganz ohne Fleisch, gab es selbstgemachte Gnocchi mit Kohlrabigemüse, die phantastisch waren! Zum Rezept geht es HIER entlang.



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Meine Bewertung:



Ich finde dieses Kochbuch wirklich sehr gelungen. Wer die bayerische Küche mag und auch die neuen Seiten dieser Region einmal kennenlernen möchte, der wird sicherlich große Freude an diesem Buch haben. Eines was ich an dieser Stelle noch besonders sagen möchte ist:

Es ist eines der wenigen Kochbücher, wo die angegebenen Mengen wirklich ausreichend sind! Es ist selten, dass bei uns etwas übrig bleibt, denn die meisten Rezepte sind wohl eher für kleine Portionen gedacht, aber Bachmeier hat dieses grandios umgesetzt und man muss nicht hungern. Das ist auch einer von vielen Gründen, warum dieses Buch die komplette Punktzahl von mir erhält!

Das Buch enthält nicht zu jedem Rezept ein Foto, aber mich stört das überhaupt nicht, denn schmecken muss es und meistens sieht das Ergebnis auf dem Teller ja sowieso anders aus ;-)


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