Thüringer Mohnkuchen mit Scheckedecke

Am letzten Wochenende waren wir ja mal wieder im wilden Osten gewesen, dieses Mal zog es uns allerdings nicht in unsere Heimat, sondern es ging nach Thüringen, um dort ein rauschendes Fest zu feiern. Da wir bereits zur Mittagszeit in Gotha ankamen, hatten wir bis zur abendlichen Grillorgie noch Zeit und schlenderten durch die kleinen Gässchen im Stadtkern.  Jedoch werden hier die Bürgersteige am Samstag um 15 Uhr hochgeklappt und alles ist wie ausgestorben - schade eigentlich, denn es gibt hier wirklich ein paar tolle Plätzchen zu entdecken.


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Wir wollten dann eigentlich nur noch schnell irgendwo einen Kaffee trinken, aber als wir dann im Backhaus Nahrstedt gelandet sind und wir die köstlichen Kuchen in der Vitrine gesehen haben, war es um uns geschehen. Auch André, mein kleiner Mohnjunkie war gleich ganz aufgedreht und wollte unbedingt Kuchen haben - jetzt sofort! Mohnkuchen mit Schmand-Decke sollte es sein und der war sowas von lecker!! (Es blieb natürlich nicht bei dem einen Stückchen....)


Ich hab ja schon öfters mal hier erwähnt, dass es bei uns hier unten keinen guten Kuchen in dieser Art zu kaufen gibt. Entdeckt man bei einem Bäcker mal ein Stück Mohnkuchen, dann ist dieser meist so trocken, dass man fast erstickt, aber in Thüringen und Sachsen ist die Mohnmasse so richtig schön nass/feucht und man könnte darin versinken! 

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Wieder daheim, machte ich mich mal wieder auf die Suche nach einem Rezept, dass mich an meine Kindheit erinnert. Ich habe zwar einige Thüringer Backbücher zuhause, aber so einen richtig guten Mohnkuchen, wie ich ihn mir vorstelle, fand ich darin leider nicht. Doch dann wurde ich bei Bäcker Süpke fündig und die zahlreichen Kommentare unter dem Rezept überzeugten mich und somit sollte es am 1. Mai Mohnkuchen geben!


Bevor es das Rezept gibt, muss ich aber noch sagen, dass ich mit dem Hefeteig Boden überhaupt nicht klar gekommen bin. Ausrollen lt. Bäcker Süpke war hier unmöglich und ich war froh, dass ich die zähe Teigmasse irgendwie halbwegs gerade in die Form gebracht habe... entweder hab ich mich zu blöd angestellt, oder etwas anderes passt hier nicht.... Solltet Ihr den Kuchen also nachbacken, was sich auf alle Fälle lohnt! dann beim Boden evtl. ein bewährtes Rezept verwenden! Da der Boden bei mir nicht so hingehauen hat, verzichte ich hier auch auf die Zubereitung - das Original Rezept gibt es aber HIER.

Zutaten & Zubereitung

Für den Boden:

Hier kann man selbst entscheiden, ob man einen klassischen Hefeteig, oder einen Mürbeteig lieber hat. Bitte ein erprobtes Rezept verwenden ;-)

Für die Mohnmasse:

900ml Milch
180g gemahlenen Mohn
110g Weichweizengrieß
110g Butter
150g Zucker
Vanille nach Geschmack
einen großen Schuss Rum

Milch, Butter, Zucker, Vanille und Mohn in einen Topf geben und langsam erhitzen. Wenn das Ganze langsam an zu kochen fängt, wird der Weichweizengrieß unter ständigem Rühren dazu gegeben. Alles so lange verrühren, bis ein relativ dicker Brei entstanden ist. Jetzt den Rum dazugeben und unterrühren. Den Topf beiseite stellen und abkühlen lassen. (Wer Grießbrei mag, der würde diese Masse jetzt schon pur löffeln!)

Tipp: Da man für die Eierschecke Decke Vanillepudding benötigt, könnt Ihr diesen jetzt schon kochen, dann ist er rechtzeitig abgekühlt und man spart hier etwas Zeit, denn dieser Kuchen ist leider nicht in 30 Minuten fertig.

Für die Decke:

2 Eier
80g Zucker
1 Prise Salz
200g gekochten Vanillepudding
30g Weizenstärke

Zuerst werden die beiden Eier getrennt. Das Eiweiß wird zusammen mit Zucker und Salz cremig geschlagen. Der Eisschnee sollte aber nicht richtig steif sein, da sonst die Decke beim Backen einreißt.

Der Pudding, die Stärke und das Eigelb werden nun in einer Schüssel gut verrührt. Den Eisschnee unterheben.

Jetzt den Hefeteig in eine gefettete Springform geben, die Mohnmasse darauf verteilen und mit der Eier-Pudding-Masse bedecken.

Im vorgeheizten Backhofen bei 180°C Umluft ca. 45 Minuten backen. Hier solltet Ihr darauf achten, dass die Decke nach ca. einer halben Stunde recht dunkel wird - rechtzeitig mit Alufolie abdecken und nichts wird schwarz :-)

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Der Kuchen ist echt der Knaller - die Mohnmasse wie ich sie von früher kenne und mit dem Bodenteig das krieg ich auch noch hin! :-)


Kommentare:

  1. Hallo Alice,

    auch ich liebe Mohnkuchen und backe ihn immer nach dem Rezept meiner Oma aus Thüringen. Leider lebt sie nicht mehr, doch ihr Rezept lebt so weiter. Mein Mann mag leider keinen Mohn, doch zum Glück mag ihn mein Sohn genauso gerne wie ich.

    Liebe Grüße
    Antje

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  2. Ich wohne auch schon 20 Jahre fern von Thüringen und muss Dir Recht geben,hier unten können sie keinen Blechkuchen backen.Hefeteile bis zum Umfallen,ja.Ausserdem nehmen sie hier nur diese fertige Mohnmasse.Bei Sächsischen und thüringer Blechkuchen wird die Mohnmasse aber schön mit Grieß gekocht,dass ist der grosse Unterschied.

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