Kochbuchrezension: Fifty Shades vom Huhn

Seit letzter Woche herrscht in vielen deutschen Kinos Ausnahmezustand. Der Grund dafür ist die Verfilmung von Fifty Shades of Grey*. Dieser Streifen wurde von vielen heiß erwartet, nachdem die Bücher schon ein voller Erfolg waren. Heiß sollte es werden und deshalb stürmten vor allem Frauen in den letzten Tagen die Kinos. Ich gehöre nicht dazu, denn ich habe die Bücher bis jetzt nicht gelesen und wenn ich mir so einige Kritiken durchlese, habe ich auch nicht wirklich viel verpasst, denn die wirklich heißen Szenen aus dem Buch, die Frau ja letztendlich sehen möchte gab es nicht bzw. nur in abgespeckter Version. 

Aber irgendwie bin ich dann noch nicht um den Film herum gekommen, denn zeitgleich erschien das folgende Kochbuch, dass von Anfang an meine Aufmerksamkeit erregte (Erregung passt in diesem Falle ganz gut *hust*). Als ich meinen Fans und Lesern davon das erste Mal erzählt habe, dachten sie, dass ich sie verarsche, denn es ist ja schon ein wenig absurd, aber wer auf besondere Kochbücher steht und wer gerne mal zweideutig denkt, der wird dieses Buch lieben!


Quelle: riva-verlag München


Ein parodistisches Kochbuch
von F.L. Fowler
erschienen im riva Verlag München
ISBN: 978 3 86883 655 4
160 Seiten
EUR 14,99



Es handelt sich hier um kein klassisches Kochbuch, in dem man ein Rezept nach dem anderen vorfindet. Es ist die Geschichte eines unverdorbenen Huhns und einem recht dominanten Küchenchef und beide haben ein ziemlich heißes Techtelmechtel in der Küche. Im Buch findet man 50 Rezepte rund ums Huhn, die meiner Meinung nach für jeden Anfänger, aber auch für Profis geeignet sind. Es ist eine schöne Mischung und jeder sollte hier das passende finden.




Das Buch ist in 3 Kapitel aufgeteilt, die da wären:

- Die Anfängerin
- Glied für Glied
- Zum Höhepunkt

Zu jedem Abschnitt gibt es eine Einleitung und zu Rezepten gibt es ebenfalls eine recht erotisch geschriebene Story.  Den Schreibstil finde ich persönlich sehr toll und prickelnd und man möchte sofort mit dem Kochen anfangen, oder sollte man sich doch lieber seinen Liebsten schnappen und ins Schlafzimmer verschwinden? Die Phantasie wird jedenfalls schon etwas in Schwung gebracht. Wer natürlich mit schlüpfrigen Sachen nichts anfangen kann, der sollte das Buch aber dann doch lieber im Regal stehen lassen. Ich denke, dass hier eher eine Zielgruppe zwischen 28 und 40 angesprochen wird - hier aber auch Männlein und Weiblein, denn bei "heißen tropfenden Schenkeln" spielt sich nicht nur bei Frauen ein Kopfkino ab.




Bei den Rezept-Titeln war man ebenfalls sehr kreativ und schließlich müssen sie auch zum Buch und zur Filmgeschichte passen und deshalb findet man hier beispielsweise folgendes:

- Geölte Jungfern-Brüste
- Bitte hör nicht auf - Hühnchen
- Chili-gepeitschtes Frikassee
- Hintertür-Bierdosen-Hühnchen
- Festgebundenes Hühnchen mit Schweinkram uvm.




Es gibt zu jedem Rezept auch ein passendes Foto und zwischendurch gibt es auch einige Szenen mit dem dominanten Küchenmeister zusehen - jedoch immer ohne Gesicht. Aber anhand des muskulösen Oberkörpers, welcher meist nicht bedeckt ist, kann man nur ein phantastisches Gesicht erahnen...




Bei der Auswahl eines Rezeptes habe ich mich ziemlich schwer getan, denn mich sprechen hier fast alle Gerichte an, aber letztendlich habe ich mich für das "Eifersüchtige Hühnchen" entschieden. Hier kann man bereits einen Tag vorher mit der Zubereitung beginnen, denn es sollte über Nacht in einer betörenden Marinade ruhen.

Auszug aus der Einführung zum Rezept:
"Er hat mich in Teilen auf einem Handtuch ausgebreitet und bereitet nun eine Marinande zu. Er mag es, wenn ich ausgebreitet daliege; das bedeutet, er kann mich ganz nach seinen perversen Gelüsten würzen. Ich frage mich, wie seine früheren Flammen aus seine herrische Art reagierten und empfinde einen unliebsamen Schmerz."

Huhn mit Meerrettich und Kräutern

Zutaten:

1 ganzes Huhn, oder 8 Hühnerteile (Schenkel und Brüste mit Haut) - gewaschen und trockengetupft
3 Knoblauchzehen
3 Frühlingszwiebeln
1/2 Bund frischer Schnittlauch
1/2 Bund frische Petersilie
Saft und geriebene Schale einer Zitrone
1-2 EL Meerrettich
1-2 TL grobes Meersalz
Olivenöl

Zubereitung:

Am Tag vorher wird zuerst die Marinade zubereitet. Dafür werden Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Schnittlauch, Petersilie, Zitronensaft und -schale, Meerrettich und Salz in einer Küchenmaschine sorgfältig zerkleinert. Anschließend wird das Olivenöl (ca. 6 EL) dazu gegeben und alles wird gleichmäßig aufgeschlagen.

Nun werden die Hühnchenteile rundherum mit der Marinade eingerieben und in eine Form, oder Schüssel gegeben. Abgedeckt sollte dann alles über Nacht im Kühlschrank durchziehen.



Am nächsten Tag wird dann der Backofen auf 230° vorgeheizt. Ein Backblech mit Olivenöl auspinseln und die Hühnchenteile darauf verteilen. Jetzt noch mit etwas Öl beträufeln und alles mit Alufolie abdecken und für 20 Minuten in den Ofen geben. Nach der Zeit die Folie entfernen und weitere 20-30 Minuten braten lassen, bis das Huhn vollständig durchgegart ist. Am Ende wird der Backofengrill noch für ca. 5 Minuten eingeschaltet, damit die Haut schön knusprig wird.

Als Beilage gab es bei uns einfach einen bunten Blattsalat dazu.




Das Hühnchen war butterzart und wirklich sehr lecker, ich glaube wir hätte hier gar keine Beilagen gebraucht. Hier gibt es von mir eine klare Nachkochempfehlung!



Fazit zum Kochbuch:

Nicht ohne Grund ist dieses Buch* in den USA bereits ein Bestseller. Es ist außergewöhnlich, enthält tolle Rezepte die funktionieren und ist gespickt mit ansprechenden Fotos, die einem nicht nur das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Einige mögen die Darstellungen des unschuldigen Huhns vielleicht geschmacklos finden, aber ich empfinde dieses Kochbuch schon eher als Kunst. Und die Begriffe Foodporn und Gaumensex sind hier die perfekten Hashtags ;-)

Ein Buch das bewegt und erregt!
und deshalb gibt es von mir volle Punktzahl!



Das Kochbuch wurde mir vom riva-Verlag zu Rezensionszwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank dafür.

*Affiliatelink


Kommentare:

  1. Sehr zweideutig...einfach herrlich! Schon allein die Namen der Rezepte! :-)

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    1. Find ich auch ;) für Dich aber leider nicht so geeignet als Vegetarierin Karin ;)

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